Computer und Beruf

Zwar gibt es auch heute noch zahlreiche Berufe, bei denen man ohne Computerkenntnisse auskommt, doch es stellt sich die Frage, wie weit man bei diesen Berufen kommen kann. Nebst den klassischen Handwerkberufen wie Friseur, Maurer oder Maler sind dies auch einfachere Hilfsarbeiterberufe. Wer jedoch weiter kommen möchte im Berufsleben, der kommt am Computer nicht vorbei. Wer also Karriere machen will, egal in welcher Branche und welchem Berufsbild, der muss im Umgang mit dem Computer vertraut sein. Je nach Berufsbild sind nicht nur allgemeine Computerkenntnisse erforderlich, sondern auch Fachkenntnisse. So gibt es branchenspezifische Software, deren Kenntnisse für eine Einstellung erforderlich sind. Ein Beispiel ist die Hotelbranche – hier gibt es verschiedene Buchungssoftware, die eine Hotelfachfrau kennen sollte. Auch im Bereich Grafikdesign und Multimedia gibt es Programme, die vorausgesetzt werden und sicher beherrscht werden müssen. Für diese und andere Berufe ist der sicherer Umgang mit dem Computer und der entsprechenden Software Grundvoraussetzung und Schwerpunkt bei der Qualifizierung / Ausbildung. Darüber hinaus gibt es branchenübergreifende Programme, wie Datenbankanwendungen oder Office-Programme, die das Erledigen des Tagesgeschäfts ermöglichen.

Früh übt sich – mit dem Computer aufwachsen
Wer als Kind oder Jugendlicher den Umgang mit dem Computer erlernt, der hat es im späteren Berufsleben einfacher. Denn nur bei einer langjährigen Anwendung ersteht ein gewisses Grundverständnis für die Technik – umso später man sich mit dem Computer beschäftigt, desto schwieriger wird es, sich in die Programme einzufinden. Wer früh mit Computern zu tun hat und ihn auf verschiedene Art und Weise nutzt, dem fällt es auch einfacher, neue Anwendungen zu erlernen. So ist es heute wichtig, dass Kinder und Jugendliche nicht nur in den Schulen – wo Computer leider immer noch zu wenig Beachtung finden, meist auch finanziellen Gründen – das Arbeiten am Computer erlernen. Im Idealfall haben sie die Möglichkeit, ihn auch für die Hausaufgaben und Hausarbeiten zu nutzen. Sie lernen so früh, dass der Computer ein Arbeitsmittel ist, und nicht nur der Freizeitbeschäftigung dient. Dabei sollten die jungen Menschen nicht unbeaufsichtigt und ohne jegliche Kontrolle auf das Internet losgelassen werden – eine Sensibilisierung auf die Gefahren im Internet ist wichtig. Auch einen Instruktion, was man mit dem Computer alles machen kann, was sinnvoll ist und wie man den Computer effektiv einsetzen kann. Lernprogramme, pädagogisch sinnvolle Onlineportale und Software sollte dabei zum Einsatz kommen.

Den Computer und das Internet zum Beruf machen
Dass man für die meisten Berufsbilder Kenntnisse im Umgang mit dem Computer benötigt, ist klar. Darüber hinaus gibt es einige Berufe und Tätigkeitsfelder, bei denen der Computer und das Internet selbst Kerninhalte des Schaffens sind. Der Grafikdesigner beispielsweise arbeitet bis zu 100% ausschließlich am Computer. Auch das heutige Berufsbild des technischen Zeichners ist vollständig von der Arbeit am Computer geprägt. Auch das Internet eröffnet neue Berufsbilder. Ob Webdesign, Onlinemarketing, Suchmaschinenoptimierung, Onlineshops, Programmierer und Betreuer von Internetportalen – das Internet selbst hat zahlreiche Berufsbilder geschaffen, für die das Arbeiten am Computer die meiste Zeit einnimmt. Dabei haben sich einige Berufsbilder auch von offline zu online hin verschoben. Kundenbetreuer beantworten Fragen nicht mehr per Telefon, persönlich oder per Post, sondern per Email und über das Internet. Fotografen verbringen weniger Zeit in der Dunkelkammer, sondern mehr am Computer, bei der Bildauswahl und –bearbeitung.

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